Claudio und Beppo erkunden Europa

 
05Januar
2018

Berlin einmal anders oder: Die perfekte Welle

  Ein Diner im Jenseits  

Es sind die Tage, bevor Claudio und ich in die Wimmelstadt Berlin fahren, die das Programm  für den Hauptstadtbesuch vorgeben. Die Taizé-Erfahrung war intensiv - für einen Angestellten der Kirche, inmitten des Sturmauges der Euphorie während des ganzen intenationalen Treffens schön, aber auch kräftezehrend.
Ausschlafen und ruhiges Programm waren angesagt. Entschleunigung. Spuren der Entschleunigung sind es daher auch, die ich am Ende unserer Berlin-Tour im Fach meiner Handyhülle finde: In knapp 6 Tagen nur 2 Tagestickets der BVG... Rekord. Das Wetter hat uns dabei geholfen und war unser "Erlauber", auch einfach mal zu daddeln (Fifa auf der PlayStation) und die Sport-/Wellnesseinrichtungen im UG des Hotels zu nutzen. Nutzlos und unproduktiv sein, nichts zu müssen und von dem, was man alles könnte, sich nicht verrückt machen zu lassen. Solch ein Urlaub lässt Dinge verdauen und setzt Gedanken frei, die sich sonst keine Bahn brechen können. So anders habe ich Berlinzeit noch nicht erlebt.

Berlin jenseits der Jagd nach mehr.

Orange, die Farbe dieses WintersEin mysteriöser Koffer...Max Gorki ...

Natürlich waren wir zwei Mal im Theater (Berliner Ensemble und Max Gorki, einmal faszinierend und existenziell, einmal zu offensichtlich und zu wenig packend), in einem schönen Orgelkonzert in der Gedächtniskirche, im Kino, haben lecker gespeist und gebruncht, waren fasziniert von Borritos und dem Markt am Maybachufer... aber darum ging es diesmal nicht im Kern. Berlin war kein Jagdrevier, sondern eine Welle, die wir einfach mal genommen haben. Die Abzweigung in den Apple-Tempel zwischendurch war ebenso kontraintuitiv für uns beide wie überraschend. Wie viel Spass wir dort beim Herumspielen und Fantasieren darüber hatten, was man aus so einem Raum alles machen könnte und wie die Wohnformen der Zukunft aussehen könnten. Dass ein Tempel auch für "Ungläubige" und Zweifler inspirierend wirken kann, war für uns beide natürlich nicht neu. Eines der heiligen Geräte mit der angebissenen Frucht war es dann auch, das uns direkt mit den Theatern der Stadt in Verbindung setzte und zur spontanen Buchung zweier Theaterbesuche führte. "Bitte führe uns doch bald mal wieder in Versuch, Apfel!" 

Fotosession - mit Verzögerung

Zum Gefühl der "Welle" passend war es auch, dass uns das angepeilte Brunch-Café am Samstag wider Erwarten ("weil es seit kurzem Samstags kein Brunch mehr gibt") an einen ganz anderen Ort spühlte, an dem wir sehr zufrieden brunchen und noch intensiver quatschen konnten. Sprache war insgesamt viel mehr die Erlebniswelt und das Gut dieser Reise. Sowohl ihre Abwesenheit - wir haben stundenlang gesessen, gegessen, flaniert, geddadelt, gepennt und gewellnesst ohne viele Wort zu verlieren - als auch ihre Anwesenheit und Tiefe. Zu den Themen nur so viel: Wir sind beide in Lebenssituationen, die genug Potenzial für die grossen und kleinen Fragen des Woher, Wie, Warum und Wohin bieten. Für vieles brauchte es nicht viele Worte. Bei manchem aber bin ich für jedes der vielen Worte dankbar, die uns gegenseitig ein liebevoller Spiegel waren, eine Spurensuche ermöglichten oder eine Philosophiergemeinschaft auf Zeit herstellten.

Passend dazu das Zitat aus der wunderbaren Kreuzberger Bar "Jenseits":"Natürlich gibt es eine jenseitige Welt. Die Frage ist nur: Wie weit ist sie von der Innenstadt entfernt und wie lang hat sie offen?" (Woody Allen)


Und an jedem Abend dieses täglichen impliziten und expliziten Lebensphilosophierens erkannten wir immer deutlicher und ganz greifbar:  Die Wahrheit versteckt sich in einem undurchsichtigen, durch das Eis der Eiwürfelmaschine vom Hotelflur beschlagenen Glas Likör 43 mit Milch und will inkarniert werden.

Vielen Dank für diesen Gastbeitrag von Tobias.

Mega: Deutsche Tapas :)

Jetzt aber zurück ins Land der richtigen Tapas und dahin woher der Likör 43 kommt ;),mit kleinem Zwischenstopp in Alicante, wovon ich noch einige Zeit zähren "durfte".

31Dezember
2017

Taizé - eine europäische/internationale Gemeinschaft

Fest der Nationen - Copyright Tobias Dietrich

Ich sitze mit Tobias im Jenseits und wir diskutieren über dies und das, über Glauben, Liebe und Gemeinschaft. Angeregt entschlüsseln wir einen kleinen Teil der Wirklichkeit, wie sie uns durch Worte entstehen mag. In den letzten Tagen habe ich spannende Erfahrungen gemacht. Beppo musste aber leider passen, weil er sich nicht überreden lies, sich in den Flieger zu setzen... Angefangen hat es schon Anfang Dezember als ich entschied einen Überraschungsbesuch in der Welt der deutschen Sprache zu machen. Ich flog also von Alicante nach Hamburg, besuchte die Familie in Kassel und verbrachte eindrückliche Tage in Basel.

In Basel angekommen treffe ich auf viele junge Menschen aus vielen verschiedenen Ländern Europas und teilweise auch der Welt. Die Brüdergemeinschaft aus Taizé hat geladen zum internationalen Jugendtreffen in Basel. Das heißt 15000 junge Erwachsene treffen sich zum gemeinsamen Gebet, Gesang, zur Diskussion und dem Erleben der Gemeinschaft einer internationalen Jugend. Taktgeber sind die drei Gebete am Tag, dazwischen frei wählbare Workshops und Austauschgruppen zu verschiedenen Themen, wie zum Beispiel, "Wie kann ich persönlich das Leid in der Welt verringern? oder aber "Die Dualität von Wissenschaft und Religion" - oder war es Glauben, oder war es Theologie? So ganz klar ist mir das hierbei nicht geworden und der Redner schien es auch nicht ganz genau zu nehmen. Familien aus Basel haben sich dabei bereit erklärt die jungen Menschen bei sich aufzunehmen und so das internationale Gemeinschaftsgefühl mitzuerleben. Ein paar Schlaglichter möchte ich hier erzählen:

Die gemeinsamen Gebete sind geprägt von viel Gesang - der ein oder andere kann sich unter dem Begriff Taizé-Gesänge sicher etwas vorstellen. Kurze und einfache Harmonien mit in der Regel christlichem Inhalt werden immer wieder mantraähnlich gemeinsam gesungen. Aus ca 8000 Mündern erinnert es doch etwas an das Millerntor, nur etwas sanfter und mehrstimmig ;). Es gibt Lesungen, in denen die Brüder von ihren Erfahrungen berichten. In diesem Meeting geht es um den Sudan und das schwere Leben dort vor Ort.

Taizé-Gebet in Matthäus-Kirche Basel - Copyright Tobias Dietrich

Die Workshops dienen scheinbar in erster Linie einem gegenseitigen Austausch, einer Anregung sich differenziert mit dem eigenen Glauben oder gesellschaftlichen Themen auseinander zu setzen oder aber in einer Stadtführung Basel oder die Traditionen der Gastgeber kennen zu lernen. Ich habe hier nur den oben genannten Workshop besucht, der mir leider nicht sonderlich zugesagt hat. Leider fiel er für mein Erachten etwas zu wenig selbstreflektiert aus, aber viele andere Beiträge scheinen im Sinne einer internationalen Gemeinschaft besser geeignet zu sein.

Am letzten Abend/ Silvester schließt das Jahr mit einem Fest der Nationen, bei dem sich jede Ländergruppe in einer Gemeinde ein ihr Land entsprechendes Spiel, Tanz oder Gesang anleitet und man auf diesem Weg einen kleinen Teil der Traditionen der Gäste erleben kann. Es wird viel gelacht, getanzt und ein freudiges Gemeinschaftsgefühl entspinnt sich aus den vermeintlich traditionellen Unterschieden hin zu einer Einheit in der Vielfalt. Dies ist im Besonderen Taizé, wie mir scheint. Nicht das Beharren auf den Unterschieden, sondern die Suche nach den Gemeinsamkeiten ist das große Moment.
Eine Gemeinsamkeit vieler ist wahrscheinlich, dass sie zu ihrem Glauben Ja gesagt haben. Aber auch Menschen, die sich nicht als gläubig im herkömmlichen Sinne bezeichnen würden, genießen dieses Gefühl der Gemeinschaft und sagen Ja zu diesem. Man kann von dem Glauben halten, was man will. Aber in diesem Punkte, Menschen sich näher zu bringen, ist und soll ein wichtiges Moment sein, das ich als erstrebenswert erachte und wofür ich dankbar bin, dass die Menschen in Kirche diese Aufgabe übernehmen.

Jetzt da wir hier im Diesseits im Jenseits in Berlin-Kreuzberg sitzen, denke ich gerne an das Jenseits in Basel zurück. Es ist auch ein Teil meines Europas und ich freue mich an dieser Erfahrung teilgenommen zu haben. Wenngleich ich aber auch sagen möchte, dass mir Manches bei Taizé auch zu viel geworden ist, aber der Gemeinschaft junger Menschen Raum zu geben, ist bewundernswert.

 

17Dezember
2017

El dia de la aventura

Verrottendes Flüchtlingsboot

Es ist Montag und ich sitze in meinem Bus. Etwas erschöpft vom Wochenende, aber glüklich. Denn durfte ich am Wochenende eine kleine Abenteuerwanderung in der Nähe von Cartagena erfahren. Rodolfo hat sich angeboten unser Führer zu sein, Danke! So richtig wusste ich zu Beginn noch nicht, was mich erwartete. In der Gruppe wurde überlegt, was wir machen und eine Wanderung von ca 9km stand im Raum. Es waren aber einige Kilometer mehr, wahrscheinlich auch, weil wir beschlossen, auf den Bus zu verzichten.

   

  Um 11 treffen wir uns am 3. Advent am Plaza de Espana. Wir, das sind Sofie, Rodolfo und ich. Wir warten noch kurz auf David, aber dieser sagt dann doch ab und schon machen wir uns auf den Weg. Zuerst geht es noch durch Cartagena, entlang an einer Straße, die vor dem Schlagbaum einer Kaserne endet und wo uns Rodolfo auffordert unsere Ausweise zu zücken, um eine kleine Abkürzung durch die Kaserne zu nehmen. Mein erstes Mal Kaserne, mir reicht es ;)
Sofie und ich denken schon, dass wir nicht durchkommen würden, als die Pförtner mit Rodolfo diskutieren. Aber die Erfahrung zeigt, dass man hier nur hartneckig sein muss, dann bekommt man, was man will. Jedenfalls öffnen nach dieser vermeintlich ausweglosen Diskussion die Herren das Tor und wir dürfen passieren. Die Kaserne ist wie ausgestorben, es ist Domingo... nur ein Auto kommt uns entgegen und schon verlassen wir die Hauptstraße und biegen auf einen Trampelpfad ein. Vorbei an Traningsbereichen, wahrscheinlich teilweise zum Häuserkampf oder aber für einen Crosslauf, geht es immer weiter bergan. Schließlich kommen wir an einer verlassenen Bastion vorbei, auf dem Dach sind Vorrichtungen für Kanonen, die zur Verteidigung des Hafens gedacht waren. Innen leer geräumt, ein umgekippter Schrank zeugt noch von menschlicher Nutzung. Über dem Tor steht Ascensor, so etwas wie Lift. Die Frage ist nur, wohin man hier geliftet wird.

BastiionBeobachtungsstation

Anschließend verlassen wir die zivilisierte Gegend und wandern über Hänge mit den verschiedensten Farben des Gesteins - Schiefer in Farben, die ich nicht für möglich gehalten hätte - mal bergauf, mal bergab. Immer mit dem Meer in Sichtweite. Sonnenschein. Himmlisch.
Farbenspiel der GesteineSchon bald ist das T-Shirt durchgeschwitzt und wir erreichen eine kleine Insel, die über eine schmale Kiesanhäufung mit dem Festland verbunden ist. Ein altes Ruderboot erinnert noch an eine Landung von Migranten aus Afrika. Wenn man überlegt, dass in dieser Nussschale Menschen über ein nicht immer so freundliches Mittlemeer kommen, dann graust es mir. Am Kiestrand angekommen springt Rodolfo alsbald auch schon ins Wasser und verschwindet für einige Momente in seinem Element.

Eine kleine BuchtRodolfo erkundet

Er hat immer auch ein paar Informationen über die Gegend, die Gesteine oder die Natur hier vor Ort parat. Nach der kurzen Rast mit einer leckeren Empanadilla machen wir uns auch schon auf den weiteren Weg entlang der Küste. Dabei ist es immer wieder ein Balance-Akt - Klettertour und gezieltes Springen begleiten unseren Weg - wie wir uns von Stein zu Stein, von Felsbrocken zu Felsbrocken vorarbeiten.
Schließlich kommen wir an einem weiteren Strand an. Das Ziel des heutigen Tages. Er ist sehr verlassen und nur die ankernden Tanker auf dem Meer zerstören das Gefühl, ein unbewohntes Eiland gefunden zu haben. Rodolfo lässt es sich auch hier nicht nehmen: mit Taucherbrille bewaffnet taucht er ein in das blaue, kalte und klare Wasser und ist für eine lange Zeit verschwunden. So lange, dass wir uns schon fragen, wo er ist. Kurze Zeit später taucht aber sein Kopf in der sonst glatten See wieder auf.
Der Rückweg ist dann schon ein bekannter von unserer ersten Exkursion in der Nähe von Cartagena und so geht es doch erheblich schneller. Unterwegs merke ich dann aber auch, dass das internationale Dinner vom Vorabend meine Kondition etwas beeinträchtig hatte ;) -es ging mal wieder bis ca halb fünf - , aber nach einem Kaffee Bonbon im Café am Rande von Cartagena, sieht alles schon wieder ganz anders aus.

Eingang ins UngewisseWährend wir unseren Kaffee trinken schlägt Rodolfo vor, dass wir doch auch noch einen Tunnel besichtigen könnten. Klar, warum auch nicht. Gestärkt sind wir jetzt doch schon. Wir laufen also los und kommen nach einigem Gekraxel am Eingang zum Tunnel an. Ein schwerer Duft von Öl entschwindet aus dem Eingangsloch, ich zögere. Aber dann siegt die Neugier und Umkehren kann man ja immernoch. Schon verschwindet Rodolfo im Loch und ist nicht mehr gesehen, erst als im Inneren sein Handy aufflackert kann man 2m weit sehen.
Auf Metallstreben wandern wir in die Ungewissheit. Rauchen sollte man hierInto the dark wohl besser nicht. Die Metallstreben sind teilweise auch schon angerostet und an einer Passage meint Rodolfo noch spontan: "Halt, nur einzeln weiter gehen." Abenteuer ;) Die Akustik ist interessant, und ich probiere kleine Melodien zum Hallen zu bringen. Mit dem Echo schafft man sogar eine Terz oder Quinte. Eindrucksvoll. Der Geruch des Altöls unter unseren Metallstreben und Füßen ist allerdings sehr penetrant und ich beginne schon das Ende herbeizusehnen.
AusgespucktDa am Ende ein Licht... Ein kleines Loch ermöglicht uns den Ausgang aus diesem finsteren Ort und ich erfreue mich an der frischen Luft.

Ich freu mich schon, welche Überraschungen es noch geben wird... für heute reicht es mir mit Beppo und ein wenig gemütliche Ruhe in diesem.

10Dezember
2017

La Viva de la Noche en Valencia

El Vibora

In Valencia kommen wir an als die Nacht schon eingebrochen ist. Dunkel ist es, aber das Leben hat bei angenehmen Temperaturen von 19 Grad gerade erst seinen Anfang genommen. Nach einer etwas längeren Suche nach einem Parkplatz parken wir letztendlich in einem Parkhaus nahe der Innenstadt. Unser Hostel für diese Nacht ist eine Jugendherberge unweit des Plazas de la Virgen. Einfach aber central und für 10€ die Nacht hervorragend im Preis.

Nachdem wir uns eingerichtet haben und unsere mitgebrachten Sandwiches gegessen haben, machen wir uns auf den Weg für eine erste Stadterkundung. Auch hier wieder das altbekannte Gesicht einer spanischen Stadt. Lebendig bis weit in die Nacht.

Valencia bei NachtUm 24 Uhr wundere ich mich, dass es schon so spät ist. Eigentlich kenne ich das doch eher, dass um diese Zeit der ein oder andere bereits betrunken ist, aber hier fängt die Party erst gegen eins an. Vorglühen dann doch erst ab 24 Uhr ;)

Silvestre!Auf unserem Weg trinken wir eine Aqua de Valencia - einen Cocktail mit Wodka und diversen anderen Zutaten. Auf unsere Frage, wo man gut ausgehen kann, erfahren wir zwei Adressen, von denen wir eine tatsächlich auch aufsuchen. Wo allerdings die Party in 16 Toneladas bei unserer Ankunft um 5.30 Uhr bereits am Ende ist und wir aber noch einmal kurz der etwas rockigeren Musik fröhnen. Zuvor waren wir schon bestens unterhalten in der Bar El Vibora mit Musica, que nos gusta und mit dem ein oder anderen Kaltgetränk.

Sacerdote blanco  Hit me Baby,

Am nächsten Morgen, also etwa nach einem 3 stündigen erholsamen Schlaf weckt uns eine Fanfare aus unseren Träumen. Rodolfos Klingelton ist einfach nur super ;P Wir machen uns dann zeitig auf den Weg zum Frühstück mit ausgiebig Kaffee und streifen zu Fuß durch die Stadt mit dem Ziel Playa. Hier treffen wir auf eine Windsurfschule, Rodolfo stürmt alsgleich in Badehose bekleidet ins Wasser. Er ist der einzige und schwimmt erst einige Bahnen bevor er in hohem Tempo am Strand entlang sprintet. Wir anderen hängen etwas mehr in den Seilen und nur ich nehme ein kurzes Fußbad, während Cedric soziale Kontakte per Whatsapp am Leben hält und Silvestre sich ausruht. Ich würde sagen spätsommerliche Ostseetemperaturen scheinen Rodolfo nichts aus zu machen.

Sightseeing Valencia. Hafenamt  

08Dezember
2017

Naturaleza Murcia y Mercado del Medieval

Wow

Möööp: 1000 Besuche auf meinem Blog ;)

Ich habe nun schon ein paar Fotos von den letzten Tagen in Murcia hochgeladen. Nun will ich einmal versuchen auch meine Erfahrungen vorort beschreibend ergänzen. Seit den letzten Worten war ich eigentlich ständig in verschiedensten Austauschtreffen involviert. Ich habe viel Spanisch - vor allem mit Silvestre, der ein wahres Sprachtalent ist - gesprochen und diverse neue Menschen kennen gelernt. Die ersten Bilder sind in der Nähe von Muralla entstanden, wo wir eine Wanderung gemacht haben. Dabei kam es immer wieder zu sehr lustigen Momenten, insbesondere dann, wenn eine Kamera gezückt wurde. Dann war Gruppenkuscheln angesagt ;)

Unser Weg führt uns auf ca 1000m Höhe durch eine Gegend, die kaum bis gar nicht besiedelt ist. Alte Höfe sind verfallen und auch die Dörfer sind nur noch teilweise bewohnt. Die Landschaft ist einfach malerisch und auch Karl May muss hiervon gehört haben - oder die Filmemacher zu seinen Büchern. Denn drängen sich mir immer wieder Bilder aus Western auf, und hinter der nächsten Anhöhe vermute ich bereits ein Pueblo der nordamerikanischen Ureinwohner. Mit Rodolfo als unseren Kundschafter, der die Gegend äußerst gut kennt und uns die eine oder andere essbare Pflanze zeigt, bekommt diese Wanderung die besondere Würze. So genießen wir beispielsweise Thymian oder Wacholderbeeren. Kurze Zeit später führt uns Rodolfo auch och zu einem kleinen See, wo er Tortugas gefunden hatte. Leider sind diese im Winter nicht anzutreffen, doch kann ich den ersten Schnee in diesem Jahr bewundern. Er macht sich sehr gut so in der Vorweihnachtszeit ;)

 

Spanische FreundeKarl May würde hier träumenVerlassener Hof CheeseEl GideEine Felsspalte von innenAuf der Pirsch

 Schnee ^^ oder Eis

 Nach dieser wunderbaren Wanderung machen wir uns noch auf den Weg zu unserem Zweiten Tages/ Nachtpunkt. Denn wie ich wiederholt feststelle, ist ein Tag nicht, wie in Deutschland um 22Uhr beendet. Weit gefehlt. Bis Mitternacht mindestens kann man sich hier in der Innenstadt aufhalten, ohne dass man das Gefühl hat, die Menschen ziehen sich langsam zurück.  So stärken wir uns erst mit einem Kaffee in einem kleinen Café in Caravacas bevor wir dann den ein oder anderen lustigen Moment auf dem Mittelaltermarkt verleben. immer wieder teilt sich die Gruppe und man wartet aufeinander. Mal möchte der eine etwas essen, dann der andere etwas trinken oder aber einfach mal die Basilika besuchen. Dabei gibt es aber keine Nörgelei oder Ähnliches. Geduldig und mit Humor wird sich die Wartezeit vertrieben oder spontan ein Salsa auf die Straße gelegt. Ich liebe diese Spontanität. Und wenn dann mal beratschlagt wird, wohin es geht, ist es immer wieder erstaunlich wie lebhaft diskutiert wird, und am Ende sind alle zufrieden - manchmal erweckt es den Eindruck, als ob man sich nicht einigen könnte, aber so ist es nicht. :)

Caravacas Kleine Pause vor dem Mittelalter    Fleisch ist mein Gemüse Beratschlagen, wie es weitergeht Spontaner Salsa mit Cedric   Standbild bei Rot ...Gruppenkuscheln :)

 

Am Ende kehren wir noch - nach der einen oder anderen Diskussion - in einem chinesischen Restaurant ein und ich glaube, so gegen zwei kommen wir dann in Cartagena wieder an. Müde und glücklich und voller Vorfreude auf den nächsten Tag: Wir wollen nach Valencia, wo wir eine äußerst kurze Nacht verleben.

 

 

06Dezember
2017

Cartagena und Nikolausausflug

Cartagena, im Hintergrund Mar MenorBlick nach Norden

Ich habe nun wahrlich Anschluss gefunden und in der internationalen Gruppe kommt keine Langeweile auf. Jeden Abend ist irgendetwas auf dem Programm oder wir machen in der Umgebung eine Wanderung zu umliegenden Bergen, genießen dort die Aussicht oder machen eine Pause an einem Fort aus dem Bürgerkrieg aus den 30er und 40ern des letzten Jahrhunderts.
Mit den Kindern bei der Caritas tragen meine "pädagogischen Maßnahmen" trotz der Sprachschwierigkeiten langsam Früchte und die Kinder sind motiviert zur Ruhe zu kommen. Neben dieser "Arbeit" als Volunteer sind die Eindrücke, die ich auch auch beim Erasmus-Broken-Coffee mache, sicher ebenfalls eine große Bereicherung. So werden in internationaler Runde immer wieder europäische oder globale Themen diskutiert. Unter anderem gehören dazu Themen, wie Gewalt gegen Frauen, wie ich schon angegeben hatte oder aber auch über Inklusion mit einem kleinwüchsigen und contargangeschädigten Menschen, der das Thema Inklusion überzeugend mit uns diskutiert oder aber das Thema Gleichheit und einer damit verbundenen erhellenden Erfahrung in einer Art Rollenspiel.

Hier sind ein paar Bilder von Cartagena und einem Ausflug.

La Montana  Sivestre, Maria y Cedric  Rudolfo - die Bergziege Ausblick gen Westen  Claudio en CartagenaHombres triste Red Lighthouse Lichtspiele am AbendEl Fardo Das Theatro RomanoDas ist leider auch SpanienEl Galéon läuft einEl GaléonEinfach zu einladend

Es gab: Kartoffelsalat

Heute Abend werde ich noch zu einem internationalen Abendessen bei Juandi gehen, bei dem jeder einen nationaltypischen Beitrag beisteuert. Ich verrate aber nicht, was ich mache. So viel:  Ich habe gar nicht gewusst, wie viele Gericht aus Deutschland es gibt ;) In den nächsten Tagen stehen noch ein paar Ausflüge, unter anderem nach Valencia an. Ich freu mich schon. Achso: Übrigens, Englisch spreche ich nun fließend. Und in Spanisch - solange ich rede - verstehe ich alles (In Murcia wird in allen Worten das s und n verschluckt) ;), aber jeden Tag lerne ich dazu und ich muss sagen. Lernen ist top! Sehr zu empfehlen.

 Fortperformance

  

02Dezember
2017

Bildertagebuch Cartagena

Hallo,

 

leider musstet ihr in den letzten Tagen auf einige Berichte von mir verzichten. Damit ihr einen kleinen Überblick über die wesentlichen Geschehnisse meiner Zeit hier in Cartagena bekommt, habe ich ein Bildertagebuch angefertigt. Viel Spaß!

Was passiert hier? Eine große Herausforderung Klappt noch nicht so mit dem Anschluss Fest der Caritas - eine Erfahrung Chill mal dein Leben Human Flow - eine Empfehlung Zu spät

Die Sozialdroge Anschluss Partytime...

Mittlerweile kann ich sagen, dass ich hier ankomme und internationale Kontakte knüpfe.  Dabei bleibt es nicht nur bei europäischen. Ich fühle mich hier wohl und wenn man sauer ist sagt man: con mala leche. Und Alkohol ist ein Schmiermittel- Alcohol es un lubricante.

Es macht ungeheuren Spaß mit Sprache zu spielen und manchmal entwickeln sich auch ganz neue Wortbedeutungen, die fur große Erheiterung sorgen.  Und der beste Sprachkurs ist das Leben kombiniert mit der App duolingo, um sich in der Tierwelt auszukennen ;). Mein Vorschlag für eine Regierung, wenn es denn mal eine gibt: Lass die Kinder in der Schulzeit in ein Land ihrer Wahl zum Aupair o.ä. reisen und danach stellt sich nicht mehr die Frage nach dem warum. Und Europa ist erfahrbar, Solidaritat inklusive. Wenn das mit Mathematik auch so einfach wäre :D

 

22November
2017

Projecto Voluntariado

Ich habe nun in der letzten Woche einige Runden in Cartagena gedreht. Leider noch ohne Kamera.

So viel zu Cartagena:
Es ist eine Sadt, die mir sehr divers und die in den letzten Jahren ihre römische Geschichte entdeckt zu haben scheint. So gibt es mitten in der Innenstadt diverse aktive Ausgrabungsstätten beispielsweise eines Forum Romanum oder Teatro Romano, welches bereits frei gelegt ist. Neben diesen historischen Stätten ist es eine Stadt, die versucht durch eine relative junge Universität der Jugendarbeitslosigkeit entgegen zu wirken. Fast jeder Jugendliche geht mittlerweile zu einer Unversität, d.h. an Fachkräften mangelt es hier wohl weniger. Es sind eher die Arbeitsplätze. Das Leben findet hier, wie in fast jeder spanischen Stadt auch, außer während der Siesta auf der Straße statt und mittags wird ziemlich generell ein kaltes Cerveza um die Ecke getrunken. Die Preise dafür sind bei einem Euro in der Bar unheimlich günstig. Insgesamt ist es hier üblich, dass die Gastwirte eher mit dem Essen ihr Geld verdienen. Die Getränke sind nicht dermaßen überteuert, wie in deutschen Restaurants -in Anbetracht der deutschen Einkommensstruktur versteht sich. Für ein spanisches Standardeinkommen nimmt es sich wohl nicht viel.

Nachdem ich in den ersten Tagen viel zu Fuß unterwegs war und mittlerweile die gesamte Stadt ohne Karte erlaufen kann, bin ich nun gezielter unterwegs. Eine Wohnung geschweige denn eine WG habe ich allerdings nicht. Es geht auch ganz gut ohne und Beppo ist tatsächlich zu meinem Zuhause geworden. Die kalten Nächte lassen sich gut mit einem Heizlüfter ertragen, den ich von einem netten Paar aus Schottland geerbt habe. Einziges Manko an dem Leben im Bus ist natürlich, dass der informelle Austausch weiterhin überwiegend auf Informationsbeschaffung oder rein "geschäftlich" stattfindet. Couchsurfing ist in Cartagena leider keine Alternative. Nichtsdestotrotz, langsam aber sicher wird es mehr. Nach einer Zäsur am letzten Wochenede, an dem ich beschloss mir hier eine Aufgabe zu suchen, bin ich jedenfalls nun ein Voluntariado bei der Caritas und "Erasmus"

Bei der Caritas bin ich bislang jeden Mittag mit Kindern aus einem naheliegenden Collegio - einer Grundschule bis zur 6. Klasse - zum Mitagessen in den EInrichtungen der Caritas und "beaufsichtige" eine Tischgruppe derselben. Die Kinder sind aus verschiedenen sozialen Schwierigkeiten im Elternhaus hier. Überwiegend wird hier aber die Arbeit in der Küche von ca. 8 bis 10 Rentnerinnen übernommen. Die Herren übernehmen die Tischaufsichten und das Essen. Manchmal kommt es mir so vor, als ob die Damen sich auch um mich kümmern, denn öfter kommt Magda an meinem Tisch vorbei und fragt, ob alles gut ist, ob es mir geschmeckt hat und so weiter. Aber es wird langsam - heute durfte ich für meine Tischgruppe die Birnen schneiden bis Antonia mir zeigte, wie das ja viel schneller gehen kann ;)
Mit den Kindern am Tisch macht es Spaß zu reden und sie sind wirklich sehr geduldig mit mir und meinen sprachlichen Schwierigkeiten. Bevor die Kinder kommen, habe ich auch immer noch Zeit mit den älteren Herrschaften, darunter viele Mütter von Soldaten, die ein oder andere Frage zur spanischen Sprache zu klären oder aber dies und das im Alltag zu bequatschen.

Eine große Herausforderung

Neben dieser einfachen Aufgabe habe ich auch - mehr oder weniger - eine Escuelita übernommen. Eine Nachhilfestunde zum Hausaufgaben machen, die am Martes und Jueves abends um 18 Uhr stattfindet. Mehr oder weniger deshalb, weil mir noch nicht ganz klar geworden ist, welche Aufgabe mir aktuell zufällt. Es ist nämlich noch judith in dieser Klasse, die ebenfalls als Freiwillige arbeitet, sprachlich einen direkten Zugang findet und meine Sprachschwierigkeiten sorgen momentan eher noch für ein - weiteres - Hindernis der "Bestrebungen" der Kinder. Oft ist es so, dass einzelne Kinder mit einer sehr schwer verständlichen Aussprache etwas fragen, und Judith selbst etwas Probleme hat es zu verstehen. Und nach einer Übersetzung ihrerseits sind die Kinder dann aber inhaltlich schon wieder an einer ganz anderen Stelle. Es wird jedenfalls spannend bleiben und mal sehen, wie sich das entwickelt...

Was passiert hier?

Neben dieser Aufgabe habe ich mich noch in ein Café Brick - ein Erasmus-Angebot der Uni - eingenistet. Dies findet jeden Dienstag statt. Meine Vorstellung dort überwiegend Spanisch sprechen zu können, wurde mit einer "Art" Diskussion über das wichtige Thema "Sexismus und Gewalt gegenüber Frauen" auf Englisch unterbunden. Eine Art Diskussion, weil die herbeigezogenen Fallbeispiele nicht vielmehr als Betroffenheit und klare Bekenntnisse gegen insbesondere diese Art von Gewalt hervorrufen konnten Unter dem Gesichtspunkt einer Information, was das Thema eigentlich beinhaltet, war es aber wohl sinnvoll. Was ich aber bemerkenswert fand: Diejenigen, die sich dazu überwiegend geäußert haben, gehörten aber eher dem männlichen Geschlecht an.Warum ist das so?

Auf meine Frage hin erfuhr ich dann am Ende aber doch noch, dass sich insgesamt der englisch und spanisch sprachige Anteil ungefähr die Waage hält und es heute eben Englisch war.

Fotos folgen ;)

 

17November
2017

Am Anfang ein Ende, Am Ende ein Anfang…

In einer kleinen Bar, traf ich diese Frau,

Ich saß und trank mein Bier, und sagte nur:

Woher ich komm, ich weiß es nicht,

Wohin ich komm, ich weiß es nicht.

 

Verlassen saß ich da, versunken im Moment,

Vergessen auf der Straße, verloren in Gedanken.

Ich trank, um

|: zu verlieren, was ich war,

zu vergessen, wer ich war,

zu versinken, wann ich war,

zu verlassen, wem ich war.:|

 

In einer kleinen Bar, traf ich diese Frau,

Sie saß und trank ihr Bier, und sagte nur:

Woher du kommst, du weißt es nicht,

Wohin du kommst, du weißt es nicht.

 

Verlassen saßt du da, versunken im Moment,

Vergessen auf der Straße, verloren in Gedanken.

Du trankst, um

|: zu verlieren, was du warst,

zu vergessen, wer du warst,

zu versinken, wann du warst,

zu verlassen, wem du warst.:|

 

In einer kleinen Bar, trafen ich diese Frau,

Wir saßen und tranken Bier, und sagten nur:

Woher wir kommen, wir wissen es nicht,

Wohin wir kommen, wir wissen es nicht.

 

Gemeinsam saßen wir da, auftauchend im Moment,

erinnernd auf der Straße, gefunden in Gedanken.

Wir redeten, um

|:zu finden, wer wir waren,

zu erkennen, wann wir waren,

zu erinnern, wer wir waren,

zu begegnen, wem wir waren.:|

 

In einer kleinen Bar, traf sie diesen Mann ,

Er saß und trank sein Bier, und sagte nur

Woher er kommt, er weiß es nicht,

Wohin er kommt, er weiß es nicht.

 

.

13November
2017

Claudio sucht Anschluss in Cartagena

Los Nietos am Mar Menor

So. Ich bin in Cartagena gelandet und hatte meine erste surfsession. Erst zu viel dann zu wenig Wind. Aber der Spot ist interessant. Bei Nordostwind auch 1m Welle und auf den levante bin ich gespannt... ich werde berichten. Ansonsten ist der Spot ca 100m weit stehtief und danach ca 2m. Ein zwei größere Steine, aber wenn man weiß wo.kein problem ;p

Davon ab habe ich auch gleich erste Kontakte zu lokals von hier geknüpft. Nur eine Behausung konnte mir noch keiner geben ;). Das Suchen einer solchen wird jetzt leider dadurch erschwert, dass mein Schleppie nur noch rattert aber nichts mehr anzeigen will...daher wird es vorerst auch nur noch Handyfotos geben. Sorry. Und ich gucke eben analog oder per Handy, wo ich eine piso compartir finde.

Bis bald und warme Füße ;)

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